Zeitstrahl

nach der Familie Buth:

Der Auszug Theresa Buths (geb. Osterhaus), der zweiten Ehefrau Emil Buths, aus der Villa scheint den Startpunkt der verworrenen Geschichte der Villa Buth darzustellen. Von diesem Zeitpunkt an diente das Gebäude seinen Eigentümern nie wieder als eigener Wohnsitz, und doch war es ständig das Zuhause von Menschen mit verschiedensten Hintergründen und Konditionen [1].

Agnes Fink (geb. Fitzer) erzählt in Zeitzeugenberichten davon, dass sie selbst als Kind mit ihrer Familie in der Villa Buth gelebt habe. Das Gebäude sei an sie vermietet worden. Im Jahr 1941 habe die Familie die Villa verlassen müssen, um den Plänen der Nationalsozialisten Platz zu machen. Ihnen wurde wiederum das Wohnhaus sowie die Metzgerei der jüdischen Familie Lehmann zugesprochen, die durch die Internierung der Familie in der Villa ‚frei wurde‘ [2]. Es stellt sich die Frage, ob den Eigentümern schon ab 1932 das Schicksal der Villa Buth nicht mehr am Herzen lag, denn bereits in zeitgenössischen Berichten wird die Villa als „stark verfallen“ [3] beschrieben. Dieser Zustand wurde später unter anderem als Begründung für die Nutzung der Villa Buth als Judensammellager angeführt.


[1]    Villa Buth: Zwischenstation zum Holocaust (Veröffentlichungen des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. 22), T. Ohrndorf und I. Gedig, Hg., 2. Aufl. Ammianus Verlag, 2024,

[2]    M. Kummer und T. Ohrndorf, „Architektur und Baugeschichte der Villa Buth, in Villa Buth: Zwischenstation zum Holocaust (Veröffentlichungen des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. 22), T. Ohrndorf und I. Gedig, Hg., 2. Aufl. Ammianus Verlag, 2024, S. 19–33.

[3]    Schreiben an den Innenminister Nordrhein-Westfalens, 1950, betreffend Schutzhaftlager Jülich, zitiert nach: Heilig-Geist-Gymnasium Würselen. (2024). Villa Buth – Zwischenstation zum Holocaust [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=4XbgiQnZQjs