Für immer verloren?

Unübersehbar und präsent, so nah und doch unnahbar,
bedeutungsvoll und leer,
am Ortseingang von Kirchberg die Villa Buth.
Ihr Auftritt geisterhaft,
ihre Geschichte verworren, dunkel, geheimnisvoll.
Sie thront über der Mauer, sie strahlt und magnetisiert. Verschlossen, abweisend, kalt. Polarisierend ihre Existenz.

Die Villa Buth muss erhalten werden.

Die Villa Buth ist Zeitzeugin.
Sie verkörpert Schmerz und Scham,
und stellt unbequeme Fragen.
Sie birgt großes Potential,
wenn wir sie erzählen lassen.
Der Abriss wäre eine verlorene Chance.

Lernen Sie die Villa Buth genauer kennen!

Seit 1893 steht die Villa Buth am Ortseingang von Jülich Kirchberg, die ihr heute innewohnende Leere ist ein eher neues Phänomen. Mit dem industriellen Repräsentationsanspruch der Gründerzeit erbaut, ist sie seit jeher ortsprägend. Ihre durchgehende Wohnnutzung ist durch ein dunkles Kapitel während des zweiten Weltkrieges getrennt. 1941/42 waren in dem Gebäude Jüdinnen und Juden interniert, bevor sie im Juli 1942 in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Die meisten ihrer Insassinnen und Insassen überlebten nicht. Seit Anfang der 2000er Jahre steht das Gebäude leer und ist dem Verfall ausgesetzt. Der Eigentümer stellte einen Antrag auf Streichung von der Denkmalliste und Abriss. [1, 2]

Interaktive Karte

Die Villa Buth muss erhalten werden, denn:

Am Ort hat die Erzählung von Geschichte eine persönliche Dimension. Szenen aus Zeitzeugengesprächen sind darstellbar, ihre Erzählungen können auch nach ihrem Tod eindrücklich weitererzählt werden. Das Gebäude spricht seine eigene deutliche Sprache, die durch die Einrichtung eines Gedenkorts auf dem Grundstück ohne Erhalt der Villa, wie vom Eigentümer vorgeschlagen, nicht zu ersetzen ist. [3]

villa-buth.de zeigt auf was uns die Architektur erzählt, wenn wir genau hinsehen und warum der Erhalt der Villa Buth so wichtig ist.

Wir wollen aufzeigen, wie Geschichte vor Ort räumlich erfahrbar wird und dafür sowohl die Villa, die umgebende Mauer und die Parkanlage vorstellen. Die Webseite entsteht im Zuge der Masterarbeiten Architektur mit dem Titel „Villa Buth – Mit einer Vision für den Bestand Erinnerung räumlich gestalten“ am Lehrstuhl für Architekturgeschichte der RWTH Aachen und soll bis Mitte Februar 2026 sukzessive ergänzt werden.


[1]    B. Giesen, „Der Villa Buth droht der Abriss: Frühere Fabrikantenvilla soll aus der Denkmalliste gestrichen werden. Haus hatte in der NS-Zeit besondere Bedeutung.,“ Dürener Zeitung, 18. Dezember 2023. Zugriff am: 29. April 2025.

[2]    T. Ohrndorf und I. Gedig, Hg. Villa Buth: Zwischenstation zum Holocaust, 2. Aufl. (Veröffentlichungen des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. 22). Ammianus Verlag, 2024.

[3]    B. Giesen, „Für Hellmuth Eichhorn ist Abriss der Villa Buth „alternativlos“: Der Eigentümer der alten Fabrikantenvilla bezieht in der Diskussion um den Erhalt des Gebäudes erstmals öffentlich Stellung. Er schlägt einen Erinnerungsort ohne das Gebäude vor.,“ Dürener Zeitung, 20. Juni 2024.