Zeitstrahl

die letzten Kriegsjahre:
von Wohnnutzung und Feuergefechten

Unmittelbar nach der Deportation der letzten Juden aus der Villa Buth wurde das Gebäude erneut als Wohnraum genutzt. Agnes Fink (geb. Fitzer) berichtet, dass ihre Familie nach der Deportation der letzten jüdischen Insassen der Villa Buth wieder in diese zurückzog. Gemeinsam mit sieben weiteren Parteien habe die Familie das Gebäude bewohnt [1] – kaum vorstellbar, dass die neuen Bewohner nichts von den Gräueltaten wussten, die sich nur kurz zuvor in Haus und Grundstück abspielten.

Im September 1944, zum Zeitpunkt der Evakuierung Kirchbergs, wurde der Villa Buth noch einmal eine völlig neue Aufgabe zuteil: Sie diente der Stationierung von Wehrmachtssoldaten [1]. Eine nur sehr kurze Nutzungsphase, aber dennoch hat sie deutliche Spuren hinterlassen. Zahlreiche Einschusslöcher prägen die prächtige Außenfassade, und auch die Mauer trägt sie in sich – Spuren ihrer Geschichte.


[1]    M. Kummer und T. Ohrndorf, „Architektur und Baugeschichte der Villa Buth, in Villa Buth: Zwischenstation zum Holocaust (Veröffentlichungen des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. 22), T. Ohrndorf und I. Gedig, Hg., 2. Aufl. Ammianus Verlag, 2024, S. 19–33.