Zeitstrahl

Neue Bezüge: Veränderungen der Anlage in den 50er und 60er Jahren

Entwicklungen der 50er Jahre

In der Deutschen Grundkarte von 1954 ist in dem Bereich zwischen Villengarten und Parkanlage eine Gärtnerei kartiert. Vermutlich wurde sie spätestens in den 50er Jahren eingerichtet. Die Gärtnerei erstreckt sich über den zentralen Bereich des Gesamtensembles, quer zur Symmetrieachse verlaufende Zäune durchbrechen die historische Dramaturgie. Mit Einrichtung der Gärtnerei wurde die Trennung von Villengarten und Parkanlage manifestiert.

Heute befinden sich im Bereich der ehemaligen Gärtnerei viele Reste von Zäunen, etwa in Form von Betonsockeln, Stahlpfosten und Betonpfeilern. Ihre Position stimmt mit der in der Deutschen Grundkarte von 1954 eingezeichneten Zäune überein. Die Gärtnerei wurde durch die Zäune ausdrücklich vom Park getrennt, lediglich die Reste einer Tordurchfahrt zeigen, dass die Parkanlage auch über die Gärtnerei befahren werden konnte, ansonsten funktionierten Parkanlage und Gärtnerei als getrennte Instanzen.

Zustand 1956 Zustand 1962

Es ist zu vermuten, dass die Öffnung in der den Villengarten trennenden Mauer für die Einrichtung der Gärtnerei zugemauert wurde und zeitgleich die heute noch vorhandene seitliche Durchfahrt von der Wymarstraße bis zur Gärtnerei mitsamt ihrer Toröffnungen eingerichtet wurde. In der Deutschen Grundkarte von 1954 ist das kartiert: Die Gartenmauer trennt den Garten und lässt nur an der Stelle eine Öffnung, wo sich die Zufahrt an der Villa vorbei und bis zur Gärtnerei befindet.

Mit dem Bau des Hauses im Knüppelchen 8 zwischen 1956 und 1962 wurde anstelle der Symmetrieachse die Verbindung quer zu dieser ursprünglich ordnenden Achse wichtiger. Ein Weg verbindet den privaten Parkzugang des Hauses direkt mit dem Fabrikgelände, auf dieser direkten Verbindung müssen keine Höhenunterschiede überwunden werden. Somit wurde die ursprüngliche Logik des Parks zu dieser Zeit gänzlich verklärt: Die Villa (siehe auch die Villa in den Nachkriegsjahren), die Gärtnerei und das neue Ensemble aus Parkanlage mit dem neuen Wohnhaus Im Knüppelchen 8 und der Fabrik funktionierten als jeweils eigenständige Instanzen nebeneinander, ihre Verbindungen waren nahezu vollständig gekappt.

Beim Vergleich der Luftbilder von 1956 und 1962 wird außerdem deutlich, dass anstelle des Hauses Im Knüppelchen 8 auch vorher schon ein Bauwerk stand. Die Frage, um welches Bauwerk es sich handelte, konnte bisher nicht geklärt werden. Fest steht aber, dass es von hier aus schon immer einen Zugang zur Parkanlage gegeben haben muss.

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[1]    Stadt Jülich, Stetternich, Kirchberg, Altenburg, Selgersdorf, Daubenrath: angefertigt aus 17 Blattausschnitten der Deutschen Grundkarte, Grundriß 1:5000. Stadtarchiv Jülich, D-46, 1954.

[2]    Hansa Luftbild AG, historisches Ortophoto 1956. Zugriff am: 5. Januar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://​www.tim-online.nrw.de​/​tim-​online2/​

[3]    Hansa Luftbild, (10832) Kirchberg, Gauß-Krüger-Koordinaten: Rechtswert: 2524, Hochwert: 5640, Luftbild Kirchberg 1962. Zugriff am: 5. Januar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://dfg-viewer.de/show/?tx_dlf[id]=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Rheinland%2FRW_0230%2F%7E108%2F10832%2Fmets.xml